Permakultur

Die 3 Prinzipien der Permakultur

Earth care

verantwortungsbewusster Umgang mit der Erde

People care

achtsamer Umgang mit den Menschen

Faire share

unserem Konsum Grenzen setzten

Am Anfang eines Permakulturgartens steht das Design (Zonenplan). Darin werden
Topografie, Winde und natürliche Lebensräume berücksichtigt und 5 Zonen eines sich selbst
erhaltenden Ökosystems festgelegt. Angrenzend an die Wohnzone (0) werden Gemüse und
Kräuter angebaut (1). Dann kommen Beeren und Obstbäume (2) deren Pflege weniger
intensiv ist. Es folgen Anbauflächen für Getreide und Weiden für die Tierhaltung (3). Die
Zone 4 steht für künstlich angelegte Ökosysteme wie Teiche und Wildhecken, die kaum
Pflege brauchen. Die letzte Zone 5 ist ein sich natürlich entwickelndes Wildgebiet und wird
vom Menschen nicht genutzt.

Ziel dieses Designs ist es, ein sich selbst regulierendes Ökosystem anzulegen mit einer
vielfältigen Flora und Fauna. Es braucht erfahrungsgemäss mindesten 10 Jahre bis die
Böden wieder eine hohe Fruchtbarkeit durch steten Aufbau mit Kompost erlangen. Auch
Wildtiere lassen sich Zeit zurückzukommen und mitzuhelfen, ein natürliches Ökosystem zu
unterhalten.
Da unser Garten in Laufen unmittelbar an ein offenes, ländliches Gebiet angrenzt,
bekommen wir regelmässig Besuch von Füchsen und Rehen. Auch Feldhasen und Störche
konnten wir beobachten. Am Rande unseres Naturteichs sonnen sich Enten und unter
unserer Jurte hat sich ein Igel eingenistet. Die Zahl von Blindschleichen steigt und auch der
seltene Neuntöter aus der Vogelfamilie der Würger fühlt sich bei uns wohl. Wir hoffen mit
dem Naturteich und den Biotopen wieder Lebensraum für die bedrohte Geburtshelferkröte
(Glögglifrosch) bieten zu können.

Unsere Arbeit

Was machen wir?

Permakultur (engl. permanent agriculture) ist mehr als nur eine nachhaltige Form der Landwirtschaft ohne Verwendung von Chemie.

In den 1970 Jahren begründetet der australische Biologe Bill Mollison die Permakultur.
Sie wurde von seinem Landsmannn David Holmgren weiterentwickelt. In Österreich
hat sich Sepp Holzer einen Namen als Permakulturpionier gemacht. Auf seinem
Anwesen auf 1500 M ü M hat er mit einem ausgeklügeltes Teichsystem ein Microklima
geschaffen, dass den Anbau von Aprikosen und anderen wärmeliebenden Pflanzen
erlaubt.

Sie ist eine Lebensphilosophie, die das
respektvolle Miteinander von Menschen und Natur betont. Alles hat seinen Sinn und seine
Existenzberechtigung, auch wenn wir Menschen auf die gefrässigen Nacktschnecken und
die lästigen Zecken und Stechmücken verzichten könnten. Durch Beobachtung der Natur
sollen das Zusammenspiel des Menschen mit der Pflanzen- und Tierwelt besser verstanden
werden.

Die Erde mit all ihren Lebensformen ist wertvoll und schützenswert. Die Permakultur achtet
besonders auf die Förderung der Bodenfruchtbarkeit. Wir produzieren unseren eigenen
Kompost. Wir graben den Boden nicht um, um die Mikroorganismen in den verschiedenen
Bodenschichten zu erhalten. Der Boden ist ein Spiegel der Gesellschaft – wo Vielfalt
gefördert wird, entsteht Fruchtbarkeit. Die Beete werden gemulcht, um sie vor dem

Austrocknen und übermässigem Beikraut zu schützen. Pflanzen werden so kombiniert, dass
sie sich in ihrem Wachstum gegenseitig unterstützen.
Wir nützen natürlicher Ressourcen, sammeln das Regenwasser der umliegenden Dächer
und bauen aus alten Ziegeln Sonnenfallen für wärmeliebende Bäume. Von einer
benachbarten Kantine erhalten wir deren Rüstabfälle und beliefern die Küche dort mit
unseren Produkten. Eine Kreislaufwirtschaft mit kurzen Transportwegen wird angestrebt.

Das Wohlbefinden des Menschen, seine Gesundheit und die Wertschätzung seiner Arbeit
stehen im Mittelpunkt. Obwohl in der Permakultur viel Handarbeit gefragt ist, steht nicht die
Leistung im Zentrum. Der Garten steht Menschen offen, die die Ruhe des Ortes und seine
Schönheit geniessen wollen. Auch Asylsuchenden, die eine sinnvolle Tätigkeit suchen oder
Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden sind willkommen. Alle
können sich so einbringen, dass ihre Talente zur Geltung kommen, ihre Interessen
berücksichtig und ihre Grenzen bewahrt bleiben. Das gemeinschaftlich – kooperative Denken
bestimmt unsere Arbeitsweise. Alle tragen zum Gedeihen des Gartens bei. Es gibt keine
Privatflächen für Individualgärtner:innen.

Die Ressourcen unseres Planeten sind beschränkt. Wenn es für alle reichen soll, müssen wir
miteinander teilen. Daher nehmen alle von der Ernte nur, was sie auch brauchen und fragen
sich "wieviel ist (für mich) genug"? Was wir nicht selber konsumieren, verkaufen oder
verschenken wir. Wir teilen unser Wissen – zum Beispiel an den ersten Samstagen jeden
Monats – mit kurzen Workshops zu Gartenthemen. (Link zu "Aktuelles")
Nach Möglichkeit stellen wir einander unsere Gartenmaschinen und Werkzeuge zur
Verfügung oder leihen sie von Bekannten aus.
Unser Verständnis vom Teilen erstreckt sich auch auf die Tierwelt. Ohne die Verwendung von
chemischen Pflanzenschutzmitteln haben wir es oft mit «Mitessern» zu tun, seien es
Kartoffelkäfer, Mäuse oder Schnecken. Diesen fällt zwar ein Teil der Pflanzen zum Opfer,
diesen Minderertrag rechnen wir jedoch mit ein oder schreiten bei invasivem Befall zu einer
Einsammelaktion mit anschliessender Deportation in ein Waldgebiet.

Wie können Sie uns kontaktieren?

schreiben Sie uns gleich hier!

    Die 5 R’s

    1. Refuse
    Weise das Produkt/den Konsumartikel zurück – kaufe ihn gar nicht

    2. Reduce
    Reduziere deinen Ver- und Gebrauch bestimmter Produkte

    3. Reuse
    Verwende das Produkt weiter (z.B. Second Hand Kleidung)

    4. Repair
    Repariere das Produkt bzw. kaufe möglöichst nur reparaturfreudiege Produkte

    5. Recycle
    Verwerte das Produkt, wenn es seine Funktion nicht mehr erfüllt und führe es (ganz oder Teile davon) wieder in den Kreislauf zurück